Fortbildung Bindung Fachpersonal

1. Kernpunkte der Bindungstheorie nach Bowlby und AinsworthVorstellung der Bindungstheorie als Basis des praktischen Arbeitens durch den theoretischen Hintergrund.

Ziele: Die Teilnehmer entwickeln ein grundsätzliches Verständnis für die Bindungstheorie erkennen die Bedeutung für die Praxis lernen die Begrifflichkeiten der Bindungstheorie

1.1 Bindungssystem und Bindungsmuster Theoretischer Hintergrund der Entstehung von Bindungen durch die Erkenntnis von Bindung als System, zwischen Säugling und Mutter / Vater. Vorstellung von Bindungsmustern und deren Bedeutung für die weitere Entwicklung des Kindes bis ins Erwachsenenalter hinein.

Ziele:Die Teilnehmer erkennen die Wechselwirkung zwischen Signalen von Säuglingen und Reaktionen von Fürsorgepersonen verstehen den Aufbauprozess einer Bindung.können die verschiedenen Bindungsmuster unterscheiden und benennen.Erkennen die Bedeutung eines Bindungsmusters für den individuellen Werdegang.

1.2 Konzepte für eine sichere Bindungsentwicklung

Praxisbezogene Einführung in die bestehenden Methoden einer sicheren Bindungsentwicklung zwischen Eltern und Säugling, wie z.B. Schmetterlingsmassagen etc.

Ziele:Die Teilnehmer erkennen Methoden die eine sichere Bindungsentwicklung fördern lernen die Feinheiten der Kommunikation mit Säuglingen kennen und können sich empathisch in den Säugling hineinversetzen um ihre eigenen Handlungen zu reflektieren

2. Theorie der Bindungsstörungen

Grundsätzlich können bei jeder Symptomatik im Bereich der emotionalen und sozialen Störungen von Menschen bindungsrelevante Überlegungen angestellt werden. In diesem Kapitel geht es um Störungen des Bindungssystems und daraus resultierenden Verhaltensweisen, die besonders im pädagogischen Alltag deutliche Hinweise geben können, welche Art des Umgangs mit welchem Kind die besten Resultate bringt. Gerade im Bereich der stationären Hilfen sind praktisch überall Bindungsstörungen vorhanden und es ist wichtig, diese auch als solche zu erkennen.

Ziele: Die Teilnehmer erkennen die Theorie der Bindungsstörungen, können Muster erkennen und Handlungsstrategien entwickeln

2.1 Entstehung von Bindungsstörungen

Theoretischer Hintergrund der Ursachen wie Deprivation, psychische Belastungen der Eltern oder auch chronische soziale Belastungen wie Armut.

Ziele:Die Teilnehmer können die Ursachen einer Bindungsstörung erkennen.

2.2 Schutz und Risikofaktoren

Theoretischer Hintergrund mit Blick auf Resilienz und Vertiefung der äußeren Einflüsse auf das Kind.

2.3 Typologien von Bindungsstörungen

Theoretischer Hintergrund zum Klassifizieren von Bindungsstörungen und zur Vertiefung des Erkennens von solchen. Auf Wunsch: Fallbesprechungen aus der Praxis.

Ziele:Die Teilnehmer können verschiedenen Arten von Bindungsstörungen unterscheiden.

3. Praxis: Konsequenzen für die pädagogische Arbeit

Aus der Bindungstheorie heraus ergeben sich viele Konsequenzen für die Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit. Diese zu kennen und zu beachten erleichtert oft die pädagogische Praxis und ermöglicht ein professionelles Handeln. Theoriegestützte Arbeit ist eine Säule der Professionalisierung der sozialen Arbeit.Ziele:Die Teilnehmer können den Bezug zur Praxis erkennen.

3.1 Anforderungen an pädagogische Fachkräfte

Die Erkenntnisse der Bindungstheorie stellen hohe Anforderungen an Fachkräfte im Bereich der persönlichen Entwicklung und Reflexion. Ein Verständnis für emotionale Kontrolle und Verfügbarkeit zeigt deutlich auf, warum manche Fachkräfte trotz Ausbildung nicht in der Lage sind in allen Bereichen mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Ziele: Die Teilnehmerreflektieren ihre Haltung und ihr eigenes Bindungsmustersehen die Notwendigkeit der permanenten Supervision ihres Verhaltens undentwickeln im Team Strategien zur gegenseitigen

Reflektion3.2 Bindungsorientiertes Arbeiten in der KiTa und der Tagesbetreuung

Erarbeitung der Schwierigkeiten im U3-Bereich in KiTas und die Wichtigkeit der Elternarbeit speziell der Arbeit mit Trennungsängsten der Mutter. Des Weiteren Einheit zu gruppenbezogener Empathie und Möglichkeiten zu gruppenbezogener Bindungsarbeit.

Ziele: Die Teilnehmererkennen den Einfluss der Ängste der Mutter auf das kindliche Verhaltenerkennen die spezielle Problematik von U3-Kindern.kennen Möglichkeiten auch in Gruppen auf individuelle Bedürfnisse einzugehen

3.3 Bindungsorientiertes Arbeiten in der Schule

An Schulsozialarbeiter werden spezielle Anforderungen gestellt, da speziell die Lehrer hier geschult werden müssen, um die Arbeit mit bindungsgestörten Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Dies stellt eine besondere Herausforderung für jeden Schulsozialarbeiter da.

Ziele: Die Teilnehmer haben den theoretischen Hintergrund Lehrern und Direktoren die speziellen Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen zu erklären und Strategien zu entwickeln.

3.4 Bindungsorientiertes Arbeiten in der Kinder- und Jugendhilfe

Sensibilisierung für die Ursachen von emotionalen Störungen und sozialem Fehlverhalten speziell im Bereich der stationären Hilfen. Der Theoretische Hintergrund für Suchtmittelabusus und sexueller Übergriffigkeit bzw. sexualisiertem Verhalten liegt auch oft in Bindungsmustern und deren Aktivierung in bindungsrelevanten Situationen. Ein Wissen hierzu führt zu Verständnis für die Kinder und Jugendlichen und ermöglicht neue Handlungsräume in der Prävention und zur Strategieentwicklung.Ziele:Die Teilnehmer werden für die speziellen Anforderungen von Kindern und Jugendlichen im stationären Bereich sensibilisiert.

4. Bestehende Konzepten

In vielen Bereichen können auf vorhandene Konzepte zurückgegriffen werden, die einen bindungstheoretischen Hintergrund haben, erprobt und evaluiert sind. Einige davon werden vorgestellt.

4.1 Bezugsbetreuung nach Schroll

4.2 Gewaltloser Widerstand In angepasster Form für den stationären Bereich in Anlehnung an Haim Omer.

5. Ausblick mit entwicklungspsychologischen Aspekten

Ziele:Die Teilnehmer erweitern ihren Blick auf die entwicklungspsychologischen Aspekte der Bindungstheorie, welches die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Einrichtungen vereinfachen kann.

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